Als der FC Wil Ende Oktober des vergangenen Jahres im heimischen Bergholz den FC Aarau zum Abschluss des ersten Meisterschaftsdrittels mit 3:0 besiegt und Goalie Zivko Kostadinovic noch einen Penalty gehalten hatte, grüsste der FC Wil von Platz zwei in der Tabelle und war das Überraschungsteam der Liga. Nun traf er zu Beginn des letzten Meisterschaftsdrittels wieder auf die Rüebliländer. Nach der ebenso diskussionslosen Niederlage liegen die Äbtestädter nur noch zwei Punkte vor dem neuntklassierten FC Schaffhausen. Ein einziger Sieg ist seit jenem 3:0-Erfolg gegen die Aargauer in den vergangenen knapp acht Monaten nur noch dazugekommen.

Heisst auch: Der FC Wil ist seit November das schlechteste Challenge-League-Team. In diesem Jahr sammelte er in sieben Partien erst zwei Punkte. Seit über einem halben Jahr wartet er auf einen Sieg. Auswärts haben die Wiler nun zum siebten Mal hintereinander verloren. In Aarau schienen einige Akteure zu sehr mit sich beschäftigt zu sein, womit die Konzentration nicht hoch genug war. Vor allem defensiv leisteten sich die Wiler zu viele Aussetzer. Während Goalie Zivko Kostadinovic in der ersten Halbzeit Schlimmeres noch verhindern konnte, schlugen die Aargauer nach der Pause gnadenlos zu. Binnen zwölf Minuten machten Yvan Alounga, Donat Rrudhani und Stevan Lujic aus einem 1:1 ein 4:1 – und damit den Deckel drauf. Einmal profitierten die Gastgeber von der fehlenden Kommunikation zwischen Wils Verteidiger Joël Schmied und Goalie Zivko Kostadinovic, einmal von einer sich auflösenden Mauer und einmal von viele Freiheiten. Weg waren die Wiler Hoffnungen auf Zählbares.

Für viele eine ungewisse Zukunft

Im Prinzip nahm das Unheil aber schon vor der Pause seinen Lauf. Denn die Wiler brachten die Führung, welche nach knapp 20 Minuten im Anschluss an eine einstudierte Corner-Variante durch einen satten Schuss von Andrea Padula ins kurze Eck gefallen war, nicht in die Pause. Alounga profitierte davon, dass zwar mehrere Wiler um ihn herumstanden, aber den Corona-Sicherheitsabstand einzuhalten schienen.

So standen die Wiler Spieler nach dem Schlusspfiff mehr oder weniger bedröppelt auf dem Rasen. Sie mussten einsehen, dass die guten Ansätze aus dem Lausanne-Spiel nicht bestätigt werden konnten. Trainer Sforza sah ein Problem in der «fehlenden Konzentration». Oder anders formuliert: Manche Spieler sind gedanklich entweder bereits woanders, oder mit der aktuell ungewissen Situation überfordert. Mehrere Akteure wissen noch nicht, wie und wo es für sie in der kommenden Saison weitergeht. Und das in einer späten Phase des Monats Juni.

Mal wieder Aufbauarbeit geleistet

Auf dem Brügglifeld fehlte auch die dirigierende Hand von Captain Philipp Muntwiler. Dieser wurde nicht eingesetzt und sass auf der Bank. Er fiel nicht nur dem Rotationsprinzip zum Opfer, sondern auch der vielen vorbelasteten Spieler. Mit Silvio, Bledian Krasniqi, Lindrit Kamberi, Kastriot Ndau, Valon Fazliu und eben Muntwiler waren gleich sechs Spieler vorbelastet. Sforza wollte sich nicht der Gefahr aussetzen, im Derby gegen Winterthur bis zu sechs gesperrte Spieler zu haben. Mit Kamberi holte sich schliesslich einer einen freien Freitagabend ab – wegen eines Frustfouls kurz vor Schluss.

Es war ein Abend zum Vergessen für die Wiler. Einmal mehr auf dem Brügglifeld. Seit 2016 warten die Äbtestädter im baufälligen Stadion auf einen Sieg – und waren nicht zum ersten Mal ein willkommener Aufbaugegner für angeschlagene Aargauer.

Im Video: Die Höhepunkte des Spiels (Quelle: www.sfl.ch)

 

Challenge League, 25. Runde:
Aarau - Wil 4:1
Kriens - Stade Lausanne-Ouchy 2:2
Lausanne-Sport - Vaduz 1:1
Schaffhausen - Chiasso 2:1
Winterthur - Grasshoppers 1:1

FC Aarau – FC Wil 1900 4:1 (1:1)

Brügglifeld: 300 Zuschauer. – Sr: Staubli.

Tore: 19. Padula 0:1. 40. Alounga 1:1. 55. Rrudhani 2:1. 57. Jäckle 3:1. 67. Lujic 4:1.

FC Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Zverotic, Lujic (72. Thiesson); Balaj (72. Spadanuda), Jäckle, Hammerich, Misic (54. Rrudhani); Schneuwly (83. Neumayr), Alounga (83. Mehidic).

FC Wil 1900: Kostadinovic; Rohner (59. Schäppi), Schmied, Kamberi, Padula; Ismaili, Abedini; Duah, Fazliu (59. Krasniqi), Bosic; Silvio (69. Paunescu).

Bemerkungen: Aarau ohne Gashi, Thaler, Schindelholz (verletzt), Hübel, Corradi Peralta und Hajdari (nicht im Aufgebot). Wil ohne von Moos, Brahimi, Celant (verletzt), Schmid, Konstantinos, Traber und Wörnhard (nicht im Aufgebot). – 44. Pfostenschuss Zverotic. – 77. Lattenkopfball Duah. – Verwarnungen: 8. Misic (Foul). 63. Giger (Foul). 90. Kamberi (Foul, im nächsten Spiel gesperrt).

Rangliste:
1. Lausanne-Sport 25/54. 2. Vaduz 25/41. 3. Grasshoppers 25/41. 4. Kriens 25/40. 5. Stade Lausanne-Ouchy 25/32. 6. Winterthur 25/32. 7. Wil 25/29. 8. Aarau 25/29. 9. Schaffhausen 25/27. 10. Chiasso 25/17.

Nächste Spiele (26. Runde):
Freitag, 26. Juni: Wil - Winterthur (18.15 Uhr), Chiasso - Aarau (18.15 Uhr), Grasshoppers - Lausanne-Sport (20.30 Uhr).
Samstag, 27. Juni: Stade Lausanne-Ouchy - Schaffhausen (18.15 Uhr), Vaduz - Kriens (20.30 Uhr).

Joël Schmid im Interview:

 

_______________________________________________________________________________

Der Liveticker:

Für heute soll es das gewesen sein. Vielen Dank für das Interesse an diesem Liveticker – und bis bald auf hallowil.ch.

Weiter geht es für den FC Wil schon am Freitagabend (26. Juni) ab 18.15 Uhr mit dem Heimspiel gegen den FC Winterthur. Derby-Time im Bergholz. Gut 500 Fans erhalten Zutritt zu diesem Spiel – und hallowil.ch berichtet wie immer mit einem weiteren Liveticker.

Im anderen Haupt-Abend-Spiel trennen sich Lausanne und Vaduz 1:1. Die Liechtensteiner sind somit weiterhin auf dem Barrage-Platz klassiert - vor den Grasshoppers. Doch morgen kann der beachtliche SC Kriens an den Grasshoppers und den Vaduzern vorbeiziehen.

Schlussfazit: Zwölf ganz schwache Minuten bringen den FC Wil um einen Lohn im Brügglifeld. Was ansehnlich und mit dem Führungstreffer von Andrea Padula begonnen hat, endet schliesslich in einer deutlichen Klatsche - und somit einem herben Rückschlag nach dem guten Unentschieden gegen Lausanne am vergangenem Freitag. Somit sind die Wiler nur noch zwei Punkte vor dem vorletzten FC Schaffhausen klassiert. Vor allem defensiv stimmte phasenweise gar nichts zusammen. Das war keine Reise wert ins Rüebliland.

Schlusspfiff: Der FC Wil verliert gegen den FC Aarau nach einer Führung mit 1:4.

92. Minute: Der Deckel ist längst drauf hier.

90. Minute: Mindestens drei Minuten Nachspielzeit werden angezeigt. Unnötig.

90. Minute: Bis Kamberi im Halbfeld ein Frust-Foul an Spadanuda begeht und dafür völlig zurecht verwarnt wird. Das hat Folgen: Der Wiler Innenverteidiger ist am kommenden Freitag gegen den FC Winterthur gesperrt, da es seine vierte Verwarnung dieser Saison war.

90. Minute: Ja, man kann in aller Ruhe in den Statistiken graben. Denn auf dem Feld tut sich nicht mehr viel.

89. Minute: Somit hat der FC Wil im Jahr 2020 bisher … zwei Punkte geholt - und ist damit das schlechteste Challenge-League-Team des Jahres.

87. Minute: Ein Sinnbild: Bosic dribbelt, und dribbelt und dribbelt - und bleibt dann hängen.

85. Minute: So steuert der FC Aarau auf etwas ganz Rares zu: auf einen Heimsieg. Es ist der erste seit dem 21. September 2019. Und kurz zuvor war hier im Brügglifeld der FC Wil besiegt worden. Zwei Wiler Niederlagen beim heimschwachen FC Aarau. Hoppla.

83. Minute: Doppelwechsel beim FC Aarau: Schneuwly humpelt vom Feld und wird durch Neumayr ersetzt. Und Torschütze Alounga wird unter Applaus durch Mehidic ausgetauscht.

83. Minute: So geht es nun auch noch darum, sich nicht zu verletzten.

80. Minute: Es scheint auch dabei zu bleiben, dass der FC Wil einfach nicht mehr als ein Tor pro Spiel erzielen kann. Auch das eine ganz miese Serie. Noch bleiben zehn Minuten.

79. Minute: Der Speaker verkündet: "140 sympathische Zuschauer." Und die sind mächtig zufrieden.

77. Minute: Lattenkopfball Wil von Duah. Und zwar nach einem scharfen Corner von links Krasniqis. Auch das noch. Passt irgendwie dazu

76. Minute: Was macht man nun noch mit der verbleibenden Viertelstunde? Im Prinzip können Kräfte gespart werden für das Spiel von kommendem Freitag. Immerhin kommt dann Lieblingsgegner Winterthur.

75. Minute: Vor allem das Wiler Defensivverhalten ist heute absolut ungenügend. So ist das nicht konkurrenzfähig.

74. Minute: Aarau braucht jetzt übrigens noch drei Tore, dann überholen sie die Wiler in der Rangliste.

72. Minute: Doppelwechsel bei den Gastgebern: Balaj geht raus und wird durch Spadanuda ersetzt. Und Torschütze Lujic hat Feierabend, für ihn kommt der Ex-Wiler Thiesson.

71. Minute: Zugegeben: Aarau hat auch schon mal eine 4:0-Führung verspielt. Man kann sich aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie Wil hier nochmals ins Spiel kommen soll. Einmal mehr ist der FC Wil willkommener Gegner für die Aargauer.

70. Minute: Wil wechselt nochmals: Silvio macht platz für den rund halb so alten Paunescu.

67. Minute: TOOOOR für den FC Aarau durch Luijc zum 4:1. Doppelpass auf der linken Seite. Dann kann sich Lujic die Ecke Aussachen. Wer ist hier eigentlich die Schiessbude der Liga?

66. Minute: Somit zeichnet sich die siebte Auswärtsniederlage in Folge ab. Die siebte.

65. Minute: Den fälligen Corner dürfte man dann auch mal machen. Aber Kamberi ist halt nicht Stürmer und trifft mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz das Tor nicht. Links daneben.

64. Minute: Den fälligen Freistoss setzt Duah ins Aussennetz. War allerdings noch ganz leicht abgefälscht.

63. Minute: Giger sieht Gelb nach einem Foul an Bosic.

61. Minute: Immerhin beim Livestream haben sie Mitleid mit Wil. Dort steht es 2:2. Tja, schön wär's ...

59. Minute: Sforza reagiert mit einem Doppelwechsel: Schäppi kommt für Rohner. Und Fazliu macht Platz für Krasniqi.

57. Minute. TOOOOR für den FC Aarau durch Jäckle zum 3:1. Die Wiler Mauer hat Auflösungs-Erscheinungen. Der Ball geht durch diese hindurch zum dritten Aarauer Treffer. War es das schon? Es ist zu befürchten. Denn wir halten fest: Der FC Wil hat in diesem Jahr noch nie mehr als einen Treffer in einem Spiel erzielt.

56. Minute: Gleich eine nächste gute Chance für Aarau: Freistoss aus 16,5 Metern, zentral vor dem Tor.

55. Minute: TOOOOOR für den FC Aarau durch Rrudhani zum 2:1. Ui, da macht Schmied eine ganz schlechte Figur. Der Ball ist ganz laaaang in der Luft. Der Wiler Verteidiger glaubt, dass die Kugel bis zu Goalie Kostadinovic durch geht, aber weit gefehlt. Der eben erst eingewechselte Rrudhani trifft sicher in die rechte Ecke.

54. Minute: Aarau wechselt ein erstes Mal: Misic macht Platz für Rrudhani

53. Minute: Starker Beginn der Wiler nach der Pause. So kann es weitergehen.

51. Minute: Beinahe der neuerliche Führungstreffer für den FC Wil: Nach schönem Direktspiel über rechts kommt die Flanke. Bosic setzt aus kurzer Distanz zum Flugkopfball an. Aber ganz knapp links daneben. Das wäre nett gewesen. Wäre.

48. Minute: Das Schöne ist ja, dass beide unbeschwert aufspielen können, obwohl es ein Duell der unteren Tabellenhälfte ist, Stichwort "kein Absteiger".

46. Minute: Das Spiel läuft wieder. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

Die Wiler kehren zurück aufs Feld - und machen noch ein kleines Einlaufen. Ein paar Sprints. Das hat sich so eingespielt. Gleich geht es weiter. Noch immer ist die Frage im Raum: Wer kann seine Negativserien beenden? Oder gibt es effektiv eine Punkteteilung?

Noch ein Blick zum anderen Challenge-League-Spiel, das aktuell läuft. Zwischen Leader Lausanne und dem starken FC Vaduz steht es zur Halbzeit noch torlos 0:0.

Pausenfazit: Ein munteres Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Schade, dass kaum Zuschauer dabei sein dürfen. Beide Teams mit mehreren guten Chancen, so dass ein Remis zur Halbzeit das leistungsgerechte Ergebnis ist. Wobei Aarau schon leichte Vorteile hatte, 10:4-Schüsse und 58 Prozent Ballbesitz. Beide Teams sind offensiv stärker als defensiv. So dürfen wir uns auf eine unterhaltsame zweite Hälfte freuen.

Pausenpfiff im Brügglifeld: Zwischen dem FC Aarau und dem FC Wil steht es 1:1.

45. Minute: 1 Minute gibt es noch obendrauf.

44. Minute: Eben dieser Pfosten hätte dann beinahe einen Assist zum Wiler Führungstreffer gegeben. Denn Rohner schnappt sich den Ball, läuft, läuft, läuft, läuft und läuft. Im Aarauer Strafraum wird er dann von Misic angegangen - und will einen Penalty haben. Aber der Pfiff bleibt aus. Da stand Staubli weit weg. Aber schwierig zu beurteilen.

44. Minute: Pfostenschuss Aarau durch Zverotic.

40. Minute: TOOOOR für den FC Aarau durch Alounga zum 1:1-Ausgleich. Da bringen die Wiler den Ball nicht weg, weder Kamberi noch Schmied. Die stehen sich noch fast auf die Füsse. Alounga kann erben und trifft in die linke Ecke.

39. Minute: Wieder die Wiler: Padula dringt in den Strafraum ein - und müsste eigentlich auf Bosic zurücklegen. Er entscheidet sich aber für einen Abschluss aus linker Position. Doch der Ball saust ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Sah zuerst wie eine Flanke aus, aber den wollte er effektiv so.

34. Minute: Aarau ist deutlich um eine Reaktion bemüht, aber auch Wil bleibt gefährlich. Wie bei diesem Konter: Rohner auf Fazliu, der mit Zug aufs Aarauer Tor losziehen kann. Aber Zverotic kann dann mit dem Fuss noch klären. Auch das eine gute Chance.

31. Minute: Ein munteres Spiel. Es geht hin und her. Nach einem Wiler Angriff setzt Aarau zum Konter an - und hat Überzahl. Doch dann verhungert der Pass von Misic völlig. Alounga hätte da gerne einen besseren Ball gehabt. Verständlich.

30. Minute: Wobei Aarau schon die grössere Anzahl Chancen hat. Und wieder: Misic kommt von links, und erneut braucht es einen guten Refelx von Kostadinovic. Stark, was der Wiler Schlussmann macht.

29. Minute: Silvio will nachdoppeln. Da hätte er aber besser quergelegt, da der Winkel zu spitz wurde. So ist es halb Abschluss, halb Pass, aber viel zu wenig aus dieser guten Szene.

27. Minute: Ist die Führung verdient oder nicht? Das werden wohl momentan beide Teams unterschiedlich beantworten. Darum sagen wir es mal so. Gestohlen ist die Führung nicht.

25. Minute: Aarau versucht zu reagieren und nistet sich in der Wiler Hälfte ein. Und auch das Publikum ist da. "Hopp Aarau" schallt es durch … die Haupttribüne. Aarau muss einmal mehr reagieren. Zur Erinnerung: Die sind hier im Brügglifeld seit September ohne Sieg.

19. Minute: TOOOOOOR für den FC Wil durch Padula zum 0:1. Von wegen durchschnaufen. Eine einstudierte Corner-Variante. Doppelpass Fazliu-Ismaili-Fazliu. Dann kommt der Ball zurück auf Padula. Der läuft noch ein paar Schritte und donnert die Kugel rein. Der Ball hatte eine spezielle Flugbahn, so dass Ammeter nicht wirklich gut aussah, aber wohl nicht viel machen konnte. Das Ding ist lanciert. Zweites Tor für Padula seit seiner Ankunft in Wil im Winter.

18. Minute: Und wieder brennt es vor dem Wiler Tor: Ein Misic-Freistoss aus 17 Meter landet in der Gäste Mauer. Doch der Ball bleibt heiss. Balaj kommt aus acht, neun Metern frei zum Kopfball. Aber ganz knapp am linken Pfosten vorbei. Uch. Durchschnaufen.

16. Minute: Riesenchance für Aarau. Da müsste das 1:0 fallen. Duah fälscht unglücklich ab in den Lauf von Alounga. Dieser kommt frei zum Abschluss. Kostadinovic aber mit einem starken Reflex und Fussabwehr.

13. Minute: Das war ein schöner, flüssiger Spielzug der Wiler: Doppelpass Rohner-Duah-Rohner auf rechts. Die FCZ-Leihgabe flankt dann schön, doch Silvio wird im Zweikampf knapp zweiter Sieger. Erste Ecke für die Wiler. Fazliu bringt den Ball von rechts rein. Dieses Mal kommt Silvio ran, allerdings mit der Schulter statt mit dem Kopf. Eine sichere Beute für Ammeter.

10. Minute: Dann ein erstes Mal Aarau: Balaj versucht es. Aber Kostadinovic ist auf dem Posten. Der Gastgeber dreht nun aber auf.

9. Minute: Fazliu bringt die Flanke rein. Aber ungefährlich. Jäckle kann mit dem Kopf klären. Wir warten weiter auf die erste klare Chance des Spiels.

8. Minute: Da wird es erstmals laut, auf dem Feld. Misic steigt gegen Duah gar hart rein - und wird verwarnt. Freistoss Wil von Höhe 16er, aber weit von rechts.

5. Minute: Ein gegenseitiges Abtasten bisher. Noch ist der laue Sommerabend das Highlight.

2. Minute: Die Aarau Fans fordern auf einem Transparent in ihrem leeren Sektor: "Dräck frässe", "Seckle", "Fenger use!!", "Kämpfe". Sie sind scheinbar nicht vollumfänglich zufrieden mit dem Gezeigten in dieser Saison. Und man kann sie verstehen.

1. Minute: Noch immer erste Minute, und schon der zweite Corner für Aarau. Aber noch keine Gefahr.

1. Minute: Das Spiel ist freigeben. Auf geht's ...

So, die Mannschaften laufen auf. Natürlich wieder gestaffelt. Zuerst die orange-blauen Wiler, dann die grauen Aarauer. Gleich geht es los. Viel Spass mit FC Aarau gegen FC Wil.

Schauen wir noch kurz auf die anderen Plätze, was bisher so ging. Zwei Spiele sind bereits durch. GC kommt auswärts in Zürich gegen Winterthur nicht über ein 1:1 hinaus. Und Schaffhausen gewinnt dank zwei Toren des Ex-Wilers Gjelbrim Taipi gegen Schlusslicht Chiasso mit 2:1. Sollte Vaduz heute Abend in Lausanne nicht gewinnen, kann morgen Kriens den Barrage-Platz übernehmen - mit einem Heimsieg gegen Aufsteiger Stade Lausanne-Ouchy.

Post inside
Ein wohl letztes Mal Geisterspiel-Stimmung, auch wenn ein paar wenige Zuschauer zugelassen sind. (Bild: Simon Dudle)

Geleitet wird das Spiel von Schiedsrichterin Esther Staubli aus Wohlen … bei Bern.

Aaraus Trainer Patrick Rahmen vertraut in einem 4-4-2-System folgenden Spielern. Im Tor steht wie immer Ammeter. Die Abwehr bilden von rechts nach links Giger, Leo, Captain Zverotic und Lujic. Im Mittelfeld agieren von rechts her gesehen Balaj, Jäckle, Hammerich und Misic. Die beiden Stürmer sind Schneuwly (rechts) und Alounga. Hier auffällig: Regisseur Neumayr sitzt nach einer schwachen Leistung am vergangenen Freitag heute vorerst nur auf der Bank.

Kommen wir zu den Mannschaftsaufstellungen. Wils Trainer Ciriaco Sforza lässt wie üblich in einem 4-2-3-1-System spielen. Im Tor steht heute wie schon am vergangenen Freitag Kostadinovic. Die 4er-Abwehr bilden von rechts her gesehen Rohner, Schmied, Kamberi und Padula. Im defensiven Mittelfeld agieren Ismaili (rechts) und Abedini. Das offensive Mittelfeld bestücken von rechts nach links Duah, Fazliu und Bosic. Einziger Stürmer ist Silvio, der heute Captain ist. Captain? Genau, denn der eigentliche Captain, Philipp Muntwiler, sitzt vorerst nur auf der Bank. Zwei weitere Wechsel im Vergleich zu Freitag: Auch Ndau ist Ersatz. Brahimi wird verletzt gemeldet. Erstes Spiel in der Startelf für den jungen Ismaili.

Während die Wiler nach dem 1:1 am vergangenen Freitag gegen Leader Lausanne-Sports mit positiven Vibes nach Aarau gereist sind, haben die Gastgeber einiges zu korrigieren. Im Prinzip eine bisher verkorkste Saison. Bestes Beispiel: Seit über neun Monaten sind sie im heimischen Brügglifeld ohne Sieg. Am vergangenen Freitag waren die Aargauer bei der Auswärtspleite gegen die Grasshoppers mit 0:5 noch gut bedient. Dem gegenüber stehen schon über acht Monate ohne Wiler Auswärtssieg. Wer gewinnt heute mal wieder? Oder gibt es eine Punkteteilung?

Dienstagabend ist Fussballabend. Daran können Sie sich in den nächsten Wochen gewöhnen, wenn Sie sich für den FC Wil interessieren, was der Fall zu sein scheint. Denn es gibt bis zum Saisonende am 31. Juli lauter Englische Wochen, wobei die Wiler unter der Woche fast immer auswärts spielen. In diesem Sinne: Herzlich willkommen aus dem baufälligen Brügglifeld zur 25. Challenge-League-Runde und dem Spiel FC Aarau gegen FC Wil. Das letzte Meisterschafts-Drittel wird damit eingeläutet. Simon Dudle ist für Sie dank ÖV relativ Stau-befreit im Rüebliland angekommen und tickert durch den Fussball-Abend.

_______________________________________________________________________________

Die Vorschau:

Der FC Wil wird heute Dienstag mit breiter Brust in Aarau auflaufen. Das 1:1 beim Re-Start-Spiel am vergangenen Freitag gegen Tabellenführer Lausanne hat den Akteuren gezeigt, dass sie es noch können und gegen jeden Gegner dieser Liga zu bestehen in der Lage sind. Denn nicht nur das Ergebnis passte aus Wiler Sicht, sondern auch die Art und Weise des Auftritts.

Nun besteht diese Woche die doppelte Möglichkeit auf den ersten Sieg seit über einem halben Jahr. Am Dienstag geht es zum kriselnden FC Aarau, am Freitag kommt Lieblingsgegner FC Winterthur ins Bergholz. Es gilt, schwarze Serie zu beenden. Allen voran jene der Sieglosigkeit. Seit dem 15. Dezember des vergangenen Jahres warten die Wiler auf drei Punkte, also seit mehr als einem halben Jahr. Noch nie in diesem Jahr erzielten die Äbtestädter mehr als ein Tor pro Spiel. Auswärts ist es besonders drastisch. Der letzte Sieg in der Fremde geht auf den 19. Oktober 2019 zurück – ein 3:0-Erfolg in Nyon gegen Stade Lausanne-Ouchy. Dreifach-Torschütze war Filip Stojilkovic, der im Winter an den FC Sion verkauft wurde, mit acht Toren aber immer noch bester Wiler Torschütze dieser Saison ist. Die letzten sechs Wiler Auswärtsspiele sind gar allesamt verloren gegangen.

Vom Barrage-Trauma noch nicht erholt

Während die Wiler noch immer von der überdurchschnittlich guten Startphase in die Saison zehren und somit alles in allem einigermassen im Soll sind, sieht es beim FC Aarau ganz anders aus. Seit dem Barrage-Trauma, als vor gut einem Jahr ein 4:0-Auswärtssieg in Neuenburg gegen Xamax nicht zur Promotion reichte, sind die Rüebliländer nie mehr richtig in Fahrt gekommen. Dass sie Schlusslicht Chiasso deutlich näher sind als dem Barrage-Platz, muss zu denken geben.

Der erste Auftritt nach der Corona-Pause sorgte für neue Sorgenfalten. Gleich mit 0:5 wurde man am Freitag von erstarkten Grasshoppers abgefertigt – selbst in der Höhe verdient. Sinnbild war, dass die Aargauer Zeitung einzig Goalie Nicholas Ammeter eine genügende Note gab. Der Torhüter sagte hinterher, man müsse so ziemlich alles besser machen, um in der nächsten Partie gegen Wil zu reüssieren. Der 19-Jährige ist nicht zu beneiden. Mit bereits 49 Gegentoren in 24 Spielen – mehr als zwei im Durchschnitt pro Partie – sind die Aarauer die Schiessbude der Liga. Zudem sind sie alles andere als heimstark. Der letzte Sieg im Brügglifeld liegt schon mehr als neun Monate zurück. Am 21. September 2019 wurde Schaffhausen mit 3:1 besiegt. Wenn man bedenkt, welch hochqualifiziertes Spielermaterial in Aarau zur Verfügung steht, ist die bisherige Saison nichts anders als eine glatte Enttäuschung.

Noch nicht mit 1000 Zuschauern

Spannend wird auch sein, welche Spieler die beiden Trainer aufs Feld schicken. Bei 13 Partien in 42 Tagen werden sie nicht ums Rotieren herumkommen, so sich Wechsel nicht wegen Verletzungen und Sperren zwingend ergeben. Beim FC Wil darf man davon ausgehen, dass Goalie Yuri-Gino Klein früher oder später zu seinem Challenge-League-Debüt kommen wird. Schon in Aarau? Er ist noch gut einen Monat jünger als Aaraus Ammeter, der bis anhin jüngste Torhüter der Liga ist. Fix ist, dass Eris Abedini nach verbüsster Sperre wieder spielberechtigt ist. Mit Lindrit Kamberi, Kastriot Ndau, Valon Fazliu, Philipp Muntwiler, Bledian Krasniqi und Silvio sind gleich sechs Spieler vorbelastet und im Falle einer weiteren Verwarnung im Folgespiel gesperrt.

Wie viele Zuschauer dürfen im Brügglifeld dabei sein? Seit Montag sind laut Bundesrat wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen erlaubt, wenn eine Unterteilung in Sektoren mit maximal 300 Personen eingehalten wird. Aus Aarau ist allerdings zu hören, dass die Ankündigung zu kurzfristig kam und beim Spiel gegen Wil nur 300 Personen im Stadion gelassen werden. Wie dies dann am kommendem Freitag (26. Juni) beim nächsten Wiler Heimspiel gegen den FC Winterthur aussieht, ist noch offen.