Im Lindenhof ist die Platznot am akutesten. Bereits im vergangenen Schuljahr mussten zwei Klassen auf das Zeughaus-Areal ausweichen. Seit dieser Woche sind es sogar drei. Die Rahmenbedingungen sind dort – gelinde gesagt – nicht optimal. So ist es im Sommer heiss und stickig und im Winter kalt. Zudem braucht es einiges an Zeit, wenn das Schulhaus gewechselt werden muss. Da die Pausen dafür nicht genügen, geht dies auf Kosten der Unterrichtszeit. «Das ist gerade in einer Schule mit 81 Prozent Fremdsprachigen-Anteil besonders schade», sagt die zuständige Wiler Stadträtin Jutta Röösli. Und damit noch nicht genug. «Die Schülerzahlen steigen an, insbesondere im Lindenhofquartier», sagt Röösli. Darum braucht es umgehend eine Lösung – und nicht in ein paar Jahren, wenn in der Kathi-Frage doch mal noch eine Entscheidung gefallen sein wird.

Darum soll auf der grünen Langacker-Wiese hinter der Leichtathletik-Anlage im Lindenhof ein Schulpavillon aufgestellt werden. Dies ist nicht zur Freude gewisser Wiler Sportvereine, da sie im Lindenhof an Platz verlieren. Martin Senn, Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Wiler Sportvereine, sagt: «Wenn zum Beispiel ein grösserer Leichtathletik-Anlass im Lindenhof stattfindet, dann wird jene Wiese für Wurfdisziplinen gebraucht. Zudem befürchte ich, dass aus dem Provisorium ein Providurium wird und diese Wiese für die Sportvereine weg ist.»

Vieles hängt an der Kathi-Frage
Doch für Röösli ist klar: «Wir brauchen den Pavillon dringend und können ihn auf dieser Wiese gut aufstellen. Das Land gehört der Stadt und es ist zonenkonform für den Pavillon.» Wann dieser errichtet wird, steht noch nicht fest und hängt vom politischen Prozess ab. Realistisch dürfte in einem Jahr sein, wenn das Schuljahr 2019/2020 beginnt. In wenigen Wochen veröffentlicht der Stadtrat den Schlussbericht zur Schulraumplanung. Das Thema wird dann vom Stadtparlament behandelt. In diesem Bericht wird auch stehen, wie die Stadtregierung die Zukunft der Mädchenschule Kathi sieht. Davon hängt so manches ab in der Wiler Schulraumplanung – aber nicht alles. «Gerade im Lindenhof können wir auch einige Dinge unabhängig der Kathi-Frage machen», sagt Röösli.

Bereits jetzt steht aber fest, dass es auch neue Turnhallen braucht. Es läuft darauf hinaus, dass es eine neue Dreifach- und eine neue Zweichfachturnhalle geben wird. Die geplanten Standorte gehen dann aus dem Schlussbericht zur Schulraumplanung hervor. Die neuen Hallen sind selbstredend im Sinne der Sportvereine. Allerdings wird befürchtet, dass der politische Prozess viel Zeit in Anspruch nimmt. «Sobald die Pläne auf dem Tisch sind, werden wir Druck machen, damit der Bau der Turnhallen vorgezogen wird», sagt Senn.

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Im Lindenhof gibt es schon eine Dreifach-Turnhalle. Eine weitere soll geplant werden.

Junge Basketballer müssen nach Frauenfeld
Wie unzufriedenstellend die aktuelle Situation für die Sportvereine ist, zeigt das Beispiel des neu gegründeten Wiler Basketballvereins BC Bears. Mit dem grundsätzlichen Vorhaben gestartet, in die Jugend zu investieren, müssen sie mangels Platz in Wil derzeit in Frauenfeld trainieren und sich um den Transport in die Thurgauer Kantonshauptstadt kümmern.