Mit 25 Flöten seien die vier Musikerinnen Aline Arman, Maria Hänggi, Margarita Kaufmann und Nicole Meule, angereist, erzählt Organisator Roland Bosshart im Vorfeld des Konzertes. In der Tat reihte sich vor dem Flügel eine ganze Galerie von Flöten in verschiedensten Grössen und Ausrichtungen: Da standen nebst den bekannten Sopran-, Alt- und Tenorblockflöten auch Renaissanceflöten auf ihren Ständern, die noch an einem Stück hergestellt wurden und dank ihrer zylindrischen Lochbohrung einen weicheren Klang haben. Worauf letztlich auch der immer noch gängige Name «flauto dolce» zurückzuführen ist. Auffallend dann im Hintergrund eine Subgrossbassflöte, welche die Spielerinnen weit überragte.

Fröhlich und melancholisch

In der Renaissance- und Barockepoche war die Blockflöte ein weiter verbreitetes und beliebtes Instrument, wovon die überaus umfangreiche Literatur zeugt. So wies auch das Programm des Merula-Quartetts überwiegend Werke dieser Epochen auf, darunter bekannte Komponisten wie William Byrd und Georg Philipp Telemann.

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Die beiden Organisatoren Andrea und Roland Bosshort blicken zufrieden auf die abgelaufene Saison der Baronenhaus-Konzerte zurück.

Da in der Romantik grosse Orchesterklänge immer beliebter wurden, verdrängte die Querflöte die eher zart und fein klingenden Blockflöten. Erst in der Neuzeit wurde die Blockflöte wiederentdeckt: Und das mit einem spielfreudigen Facettenreichtum, der diesem Instrument einen wohlverdienten Platz in der E-Musik einräumt. So stellte Racheal Cogans «Swirling Leaves» einen fröhlich-melancholischen Blättertanz dar, während Dick Koomans «The Jogger» die sehr bildhafte Darstellung eines Morgenjoggers durch den Stadtpark darstellte.

Immer mindestens 50 Besucher

Zu Beginn des Konzertes begrüssten die Organisatoren Andrea und Roland Bosshart das Publikum wieder mit einem Gedicht, eine bereits lieb gewonnene Tradition: Anette von Droste-Hülshoff beschreibt in ihrem Frühlingsgedicht das Erwachen der Natur an ihrem geliebten Bodensee: «Was kann wohl schöner sein?»

Rückblickend auf die eben abgeschlossene Saison zeigte sich Andrea Bosshart zufrieden, dass bei jedem Konzert immer mindestens 50 Zuhörer anwesend waren. (pd)