Thomas Harder, Marketing- und Verkaufsleiter im Gossauer Walter Zoo, sagt auf Anfrage von hallowil.ch, man nähme keine Christbäume an, denn man könne diese nicht verwenden. Zudem hätte der Walter Zoo von Christbaumverkäufern eine grössere Anzahl Bäume bekommen, die nicht verkauft werden konnten. «Die erhaltenen Christbäume werden in die Tieranlagen gestellt und dienen sowohl der Dekoration und auch als Futter», so Thomas Harder weiter.

Wenig beliebt: Nordmanntanne

Ähnlich klingt es auch beim Plättli Zoo in Frauenfeld. So teilt der stellvertretende Zooleiter, Christoph Wüst, auf Anfrage mit, dass man keine privaten Bäume annehmen würde. Und zwar seien diese Bäume nach zwei Wochen in der warmen Stube meist trocken. «Oftmals haben diese dann auch Rückstände von Kerzenwachs oder sonstigen Dekorationen, welche nicht entfernt wurden. Diese können zu Verletzungen führen bei den Tieren.» Zudem handle es sich bei einem Grossteil der Bäume um Nordmanntannen. «Diese fressen die Tiere bei uns nicht gerne.» Tannen verfüttert werden den Tieren aber trotzdem, erklärt Wüst: «Wir erhalten jeweils die nicht verkauften Bäume vom Forsthof Frauenfeld, welche kurz vorher geschlagen wurden.»

Was also tun mit dem alten Baum?

Wer im Gebiet vom «Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid» (ZAB) wohnt, der kann die Christbäume ab sofort an die entsprechenden Orte für die Abfuhr bereitstellen. Wo noch an der Strasse gesammelt wird, ist das in der Regel dort, wo auch die Container und Abfallsäcke hingestellt werden müssen. In Gemeinden, in denen Unterflurbehälter in Betrieb sind, müssen die Bäume wie anderes Sperrgut auch bei diesen Behältern bereitgestellt werden, so etwa in der Gemeinde Bettwiesen. In einer entsprechenden Information der Gemeinde heisst es etwa: «Christbäume nicht in die Unterflurbehälter stopfen. Stellen Sie diese bitte einfach daneben ab.» Ein fixer Tag sei nicht einzuhalten.

Bis Ende Februar kostenlos

Gut zu wissen: Bis Ende Februar können die Bäume in den meisten Gemeinden kostenlos abgegeben werden, ab März gelten sie als Sperrgut und müssen entsprechend frankiert werden.

Warum Tierfutter?

Und woher kommt die Idee, dass man alte Christbäume den Tieren buchstäblich zum Frass vorwerfen kann? Die beiden Herren aus dem Zoo vermuten Ähnliches, Thomas Harder vom Walter Zoo sagt etwa: «Die Leute, wollen etwas Gutes tun und denken, dass ein Zoo die ausgedienten Bäume noch nutzen kann, was leider nicht der Fall ist.» Bei Christoph Wüst vom Plättli Zoo klingt es so: «Ich persönlich kann mir vorstellen, dass früher viele Leute ihre Bäume in Zoos gebracht haben. Wir akzeptieren seit den 16 Jahren, welche ich im Betrieb bin, aber keine privaten Bäume.»