Ist dieser Banner noch lustig und im Sinne der Fastnacht oder geht er zu weit? "Zum Pfeifenquintett" stand am Donnerstag über dem Zugang zum Wiler Rathaus in Anspielung an den in die Kritik geratenen Wiler Stadtrat. Doch das Schild hing nur wenige Stunden dort, bis er von der Stadt Wil entfernt wurde. "Grundsätzlich werden alle Banner vom Rathaus entfernt. Die Stadtverwaltung hatte keine Kenntnis von der Urheberschaft", sagt Philipp Gemperle, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wil.

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So hatte hallowil.ch am Donnerstag berichtet:

Die Fastnacht ist jene Zeit, bei welcher satirisch und unverblümt an die Oberfläche ploppt, was sonst unter dem Jahr nur hinter vorgehaltener Hand gesagt wird. Eines der grossen Themen ist 2019 der Stadtrat. In der Bulle frotzelt Herold Michael Sarbach Richtung Stadtpräsidentin Susanne Hartmann:

Und ebefalls nöd würkli prima,
I dem Stadtrot findi s’Klima.
Es isch nünt wo e Behörde stärkt,
wemer extern Spannige bemerkt.
Wenns nöd besseret, chunt de Event,
womer dich als Nörgeli verbrennt.

Auch bei den Schnitzelbänken am späteren Mittwochabend war danach der Stadtrat das Thema. Und damit noch nicht genug: Das Rathaus wurde am Schmutzigen Donnerstag neu beschriftet, und zwar mit der Aufschrift «Zum Pfeifenquintett». Die Wiler Fastnachtsgesellschaft (FGW) hat den Banner zwar nicht aufgehängt, jedoch gab das Prinzenpaar Corinne I. und Devis I. das Einverständnis. «Ich gehe davon aus, dass damit die FGW gemeint ist und nicht der eigentliche Stadtrat, da ja derzeit die Fastnächtler regieren», sagt FGW-Präsident Oliver Baumgarter mit einem Schmunzeln.

Die Umbeschriftung wurde unbürokratisch und ohne lange Verzögerung durch Einsprachen bewilligt. Was es doch alles bewirken kann, wenn der Stadtrat ein paar Tage im Ausstand ist.