Kein geringerer als David Copperfield in sein grosses Vorbild. Dean Mazenauer oder «Dean Magic» ist Zauberkünstler. Ein Gespräch über den Zauber von «Hokus Pokus».

Dean Mazenauer, Sie arbeiten als Sekundarlehrer und haben somit einen bodenständigen Beruf erlernt. Wie kamen Sie zur Zauberei?

Als Kind hatte mir mein Grossvater einmal einen Trick vorgeführt, wo er sich eine Münze in den Hinterkopf drückte und diese danach wieder aus seinem Mund hervorholte. Das war vielleicht der Anfang meiner Leidenschaft für das Unglaubliche.

Bereits als Teenager hatte ich ein paar wenige Tricks drauf. Und so perfektionierte ich diese. Im 2006 dann sagte ich mir «Ich habe es geschafft, Sekundarlehrer zu studieren, dann werde ich es wohl auch schaffen, die Zauberkunst zu erlernen!»

Was verzaubert Sie an der Zauberei?

Die Zuschauer staunen, lachen, freuen sich – und diese Emotionen in Menschen zu wecken, ist für mich eine Genugtuung!

Wie wird man Zauberer? Wie eignet sich man sich diese Fähigkeiten an?

Das Wichtigste ist, dass man der Typ dazu ist – also ein Unterhalter. Dann braucht es einen eisernen Willen, sich das Wissen, die Griffe und auch die nötigen Requisiten anzuschaffen. Letzteres kostet auch Geld… ziemlich viel, wenn man sich nicht beherrschen kann. Und zum Schluss braucht man ein gesundes Mass an Selbstsicherheit. Denn vor allem beim ersten Auftreten war ich sehr nervös.

Gibt es da Kurse, Schulen, eine Ausbildung?

Das gibt es wohl. Ich persönlich habe schon einige Kurse besucht, war jedes Mal begeistert, aber für mich und meinen Stil war nicht immer viel dabei. Ich habe auch selbst schon ein paar Mal Kurse für Einsteiger angeboten.

Wo werden Ihre Zauberkünste bewundert? Wer bucht Sie?

Meist trete ich an runden Geburtstagen, Hochzeiten und Firmenanlässen auf. Auch schon habe ich an Jungbürgerfeiern, Konfirmationen, Lehrerweiterbildungen und sogar Gottesdiensten gezaubert. Die Publikumsgrösse variiert so natürlich von ganz klein (ca. 15 Zuschauer beim Privatgeburtstag) bis hin zu riesig (700 an einer Generalversammlung).

Wie erfolgreich sind Sie als Zauberer? Ist dies eher ein Hobby oder inzwischen ein Nebenberuf?

Ich bin ganz zufrieden mit meinem Erfolg. Zu meinen besten Zeiten war ich fast jedes Wochenende im Jahr unterwegs, manchmal sogar zweimal pro Abend. Das war mir dann aber doch etwas viel. Ich bin ja auch noch Privatperson, Familienvater und Ehemann.

Sie sind gleichzeitig Sekundarlehrer. Zaubern Sie manchmal auch im Unterricht?

Oh ja… aber nur manchmal. Wenn ich mal in einer Mathestunde merke, dass ich in den letzten fünf Minuten jetzt nicht schon das neue Thema beginnen möchte, dann ruft es bald «Zaubern!» aus der Klasse… Und ab und zu erfülle ich dann den Wunsch. In der Neigungswoche habe ich auch schon einen Zauberkurs angeboten. Der kommt immer sehr gut an und wird von vielen Schülern der Oberstufe gewählt.

Sie sind Vater. Haben Sie zu Hause einen kleinen Harry Potter?

Ha – da muss ich schmunzeln! Nein… Ich bin der einzige Mann im Haus, habe eine Frau, drei Töchter und der Kater ist auch kein richtiger Mann mehr. Natürlich fasziniert die Zauberkunst auch meine Kinder, aber irgendwann hat man’s dann auch gesehen. Meine Teenager-Töchter haben es gesehen, meine jüngste (5) staunt noch sehr über meine «Wunder», und meine Frau… ach – sie merkt halt alles, weil sie mich so gut kennt und genau weiss «Er kann nicht zaubern».

Wenn ich ihr was vorzaubere, dann sieht sie es mir gleich an, wenn ich etwas unnatürlich mache. Sie muss ich «anders» verzaubern.