Bei einer Stimmbeteiligung von 51.5 Prozent stimmten am 13. Juni 990 Münchwiler  mit Ja und 771 gegen die Sanierung des Gemeindehauses. Von den 1847 eingegangenen Stimmzetteln waren 21 leer und 65 ungültig. 

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Zwei Millionen für sanierungsbedürftiges Gemeindehaus (25. Mai 2021)

Geplant wurde anfangs Achtzigerjahre ein Bauensemble in welchem sich die Thurgauer Kantonalbank, das Mehrfamilienhaus und die Gemeindeverwaltung vereint. Bis heute stehen und funktionieren diese drei Liegenschaften und sind eigentlich von aussen betrachtet noch immer gut im Schuss. Doch die Details sprechen eine andere Sprache. «An der Gebäudehülle sind seit der Einweihung der Gemeindeverwaltung vor 39 Jahren keine Renovationsarbeiten mehr getätigt worden. So wird es unabkömmlich, die Fenster zu ersetzen und im Bereich der Brüstungen eine Dämmung zu installieren», sagt Gemeindepräsidentin Nadja Stricker. Auch die Lamellenstoren und eine zusätzliche Wärmedämmung im Dachgeschoss sind im Bauvorhaben miteingeplant.

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So dunkel ist es tagtäglich im Eingangsbereich des Münchwiler Gemeindehauses. Neue Beleuchtungen sollen dem Abhilfe schaffen.


Die Sicherheit an erster Stelle

Es gibt zahlreiche Gründe, warum die Stimmbürger an der Urnenabstimmung am 13. Juni, die gut zwei Millionen Franken sprechen sollen. Unabdingbar ist die Verbesserung der Sicherheit für die Mitarbeiter der Verwaltung. Wo heute jedermann reinspazieren kann (Büros des Steueramtes, zum Beispiel, ausgenommen), sollte in Sachen Gewaltschutz investiert werden. Nadja Stricker erklärt, dass der Zutritt zu den einzelnen Büros besser geschützt werden- und eine neue Schliessanlage eingebaut werden muss. «Zudem werden eine neue Notfallsignalisation und bessere Beleuchtungen für mehr Sicherheit sorgen», sagt die Gemeindepräsidentin. Eine feuerfeste Konstruktion im Erdgeschoss soll die jetzige Schalteranlage ersetzen und die Errichtung von Brandschutzabschnitten gehört selbstredend dazu. Nadja Stricker ist sich bewusst, dass die gut zwei Millionen viel Geld sind und man nach der Sanierung nicht unbedingt vieles visuell wahrnehmen wird. «Es wird eine Sanierung, kein Umbau. Vieles wird im Nachhinein im Versteckten liegen, wichtig darum, dass wir jetzt Einfluss nehmen, damit es über die nächsten Jahre hinweg kein Flickwerk mit noch höheren Kosten wird.»

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Gemeindepräsidentin Nadja Stricker und Gemeinderat Cyrill Zahnd (Ressort Hochbau und Gesundheit) hoffen, dass das Gemeindehaus bald saniert werden kann.


30 Grad und es wird noch heisser

Unangenehm sind in diesem bald 40-jährigen Bau die Arbeitstemperaturen in den Innenräumen. Schon an den Vormittagen steigt die Temperatur oft auf knapp 30 Grad Celsius. «Und wenn wir die Fenster öffnen, verstehen wir anhand des motorisierten Durchgangsverkehrs, unser eigenes Wort nicht mehr», sagt Stricker. Was es braucht, sind Klimageräte in allen Räumen, damit die Temperaturen, welche mehr als 30 Grad erreichen, gesenkt werden. Der Strom für die Kühlung wird dahingehend mit der eigenen Photovoltaikanlage erzeugt. Im Detail sieht die Kostenrechnung vor, 742'000 Franken in die Sanierung der Aussenhülle zu investieren. Für die Innenräume (wobei die Mitarbeiter ein Mitspracherecht hatten) 665'000 Franken, für das Dachgeschoss 378'000 Franken, für die Kühlung 245'000 Franken und für die Photovoltaikanlage 120'000 Franken. Daraus resultiert ein Aufwand von 2'150'000 Franken, vorgesehene Förderbeiträge von 45'000 Franken nicht miteinberechnet. Für die kommende Sanierung wurde in den Jahren 2018/2019 eine Vorfinanzierung in der Höhe von 1 Million Franken angelegt. Über eine weitere Einlage in der Höhe von 800'000 Franken wird an der Gemeindeversammlung vom 31. Mai, entschieden. 

Alles unter einem Dach

Noch sind in Münchwilen nicht alle Dienste unter einem Dach vereint. Seit zehn Jahren sind die Sozialen Dienste nämlich an der Frauenfelderstrasse ausgelagert und dieser Zehnjahresvertrag läuft nun ab. «Der Gemeinderat hat unabhängig von den notwendigen Sanierungsarbeiten entschieden, die Sozialen Dienste (sechs Mitarbeiter), wieder in die Gemeindeverwaltung zu integrieren. Nadja Stricker weiss, dass dies in Sachen Erreichbarkeit, Sicherheit und Teambildung nur Vorteile mit sich bringen wird. «Die Mietverträge mit den verwaltungsnahen Institutionen wie dem Elektrizitätswerk und der Pro Senectute sollen aufrechterhalten werden; so haben wir schlussendlich Alles unter einem Dach.» Die Mietverhältnisse mit den jetzigen Mietpartnern (ausnahmslos in therapeutischen Bereichen) werden aufgelöst.

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Dank undichter Aussenhülle werden die Blumen «automatisch» bewässert.


Der Zeitplan:

Auf der Homepage der Gemeinde Münchwilen sind alle Informationen zur geplanten Sanierung des Gemeindehauses aufgeschaltet. Der Gemeinderat selbst setzt auf eine schlanke, schriftliche Informationsflut, wird jedoch an der Gemeindeversammlung vom 31. Mai über das Projekt informieren. Am 13. Juni erfolgt die Urnenabstimmung und bei der Annahme der Kostenrechnung soll die Umbauphase im Frühjahr 2022 beginnen, damit der Einzug der Sozialen Dienste im Oktober 2022 bewerkstelligt werden kann.

www.muenchwilen-tg.ch