Die Pläne gibt es seit fünf Jahren. Passiert ist noch wenig. Jenseits das Wiler Weierdamms soll ein Stadtpark errichtet werden, wenn es nach der IG Weierwisen geht. Je nach Modell soll es einen eigenen Weier mit Insel in der Mitte geben. Doch ist ein solcher überhaupt erwünscht? «Braucht Wil einen Stadtpark» fragte hallowil.ch im Verlauf der Woche seine Leser. Über 200 Personen haben bis am Sonntagnachmittag an der Umfrage mitgemacht. Mehr als zwei Drittel, nämlich 68 Prozent, sind für einen Stadtpark. 32 Prozent dagegen.

Doch der zuständige Stadtrat, Daniel Stutz, sagt, das Projekt werde derzeit nur sporadisch bearbeitet, da es an zeitlichen Ressourcen mangle. Das erhöht die Spannung hinsichtlich der Stadtparlamentssitzung von kommendem Donnerstag (5. Dezember). An dieser wird das Budget für das kommende Jahr beraten – und mit ihm allfällige zusätzliche Stellen. Ein Ausbau der Stadtplanung ist allerdings unlängst abgelehnt worden. Eine zusätzliche Stelle ist dieses Mal nicht beantragt, laut der «Wiler Zeitung» wollen die Grünen aber einen entsprechenden Antrag stellen.

Von der Budget-Sitzung des Wiler Stadtparlaments berichtet hallowil.ch am Donnerstag ab 17 Uhr mit einem Liveticker.

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Die IG Weierwisen macht Druck (29.11.):

Im August 2014 hat das Stadtparlament die Motion «Stadtpark Obere Weierwise» für erheblich erklärt. Gemäss den damaligen Plänen hätte eine erste Etappe bereits im Jahr 2018 umgesetzt werden sollen. Doch von einer Umsetzung ist man noch ein gutes Stück entfernt. «Der Stadtrat hat einen Steuerungsausschuss eingesetzt. Dieser wurde bis heute kein einziges Mal einberufen. Der Rückstand auf den vom Parlament vorgegebenen Zeitplan beträgt mittlerweile fünf Jahre», schreibt Sebastian Koller, Stadtparlamentarier und Präsident der IG Obere Weierwisen am Donnerstag in einem offenen Brief an den Stadtrat.

Ein Grund sieht Koller in der Stadtplanung. Der einstige Stadtplaner hatte im März 2017 seine Stelle gekündigt, die Nachfolgerin ist vier Monate später angetreten. «Im Frühjahr 2018 haben die Verantwortlichen des Departements Bau, Umwelt und Verkehr in Aussicht gestellt, die Planung des Stadtparks in der zweiten Jahreshälfte 2018 anzugehen, was jedoch nicht geschehen ist», so Koller weiter.

«Nur punktuell bearbeitet»

Ein wichtiger Aspekt: Die Entwicklung jenes Areals muss mit den Hochwasserschutz-Massnahmen des Krebsbachs koordiniert werden. Das regionale Hochwasserschutzprojekt ist seit Jahren in Planung, wobei die Federführung bei den Kantonen St. Gallen und Thurgau liegt. «Es ist weder notwendig noch sinnvoll, die Planung des Stadtparks erst dann zu initiieren, wenn die Planung des Hochwasserschutzprojekts abgeschlossen ist. Zwar sind bei der Planung des Stadtparks die Erfordernisse des Hochwasserschutzes zu beachten, aber umgekehrt müssen die Hochwasserschutzmassnahmen auch auf die künftige Nutzung und Gestaltung der Oberen Weierwise als naturnaher Stadtpark abgestimmt sein», schreibt Koller.

Auf Anfrage von hallowil.ch nimmt der zuständige Stadtrat Daniel Stutz zu den Vorwürfen Stellung. Er sagt offen: «Das Projekt «Freiraumgestaltung Obere Weierwise» wird aktuell nur punktuell bearbeitet.» Dies macht er mit fehlenden Ressourcen verantwortlich. Zwar sind für die Bearbeitung im Parlament dieses Jahr zusätzliche Stellen beantragt, aber nicht genehmigt worden. «Die Freiraumanalyse ist an einen externen Dienstleister vergeben worden und in Arbeit. Wir erwarten die Ergebnisse Anfang 2020. Diese Erkenntnisse werden für die Überarbeitung der Nutzungsplanung gebraucht.»

Keine Dammöffnung möglich

Betreffend Hochwasserschutz liegen die Informationen mittlerweile vor. Der Hochbergdamm ist eine Stauanlage, die im Hochwasserfall das Wasser zurückhalten muss. «Dammöffnungen wie Velo- oder Personenunterführungen sind deshalb nicht möglich. Im Überflutungsgebiet sollen keine Bauten oder Anlagen erstellt werden, für welche Überflutungen in den gerechneten Häufigkeiten nicht akzeptabel sind», sagt Stutz. Und wie geht es nun weiter? «Die Weiterbearbeitung ist abhängig von personellen Ressourcen, welche aktuell nicht zur Verfügung stehen.»

Sebastian Koller fordert im offenen Brief den Stadtrat auf, darzulegen, welche Projekte aus dem Stadtentwicklungskonzept, dem Richtplan und dem Agglomerationsprogramm aufgrund fehlender Personalressourcen bis auf Weiteres nicht bearbeitet und umgesetzt werden können. Im Rahmen der Verzichtsplanung sei die Freiraumentwicklung Weierwisen als Projekt von höchster Priorität einzustufen und unverzüglich in Angriff zu nehmen.

Zwei mögliche Stadtpark-Varianten: