Von wegen «abgeschottete Insel in Europa»: Die Schweiz ist längst ein Multikulti-Land geworden – und dementsprechend auch die Region Wil. Das zeigt Jahr für Jahr die Ausländerstatistik. Ende vergangenen Jahres hatte fast jeder Vierte Bewohner im Wahlkreis Wil nicht den roten Pass, nämlich 23,3 Prozent. In den vergangenen Jahren ist die Zahl allerdings nur noch leicht gestiegen. Markant tiefer ist der Ausländeranteil mit rund 18 Prozent im Hinterthurgau, noch tiefer mit 17,3 Prozent im Toggenburg.

Als Faustregel lässt sich sagen: Je mehre Einwohner eine Gemeinde hat, desto höher ist der Ausländeranteil. Ausnahme bildet aber seit Jahren der unangefochtene Spitzenreiter Rickenbach mit total knapp 3000 Einwohnern. Dort wohnen am mit Abstand meisten Ausländer und mehr als jeder Dritte ist nicht im Besitz eines Schweizer Passes. Allein innerhalb des vergangenen Jahres ist die Ausländer-Quote noch einmal um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Thurgauer Höchstwert ist das aber beileibe nicht. In Kreuzlingen ist mehr als jeder zweite Einwohner nicht Schweizer. Schon seit vielen Jahren hat Rickenbach in der Region Wil aber die Nase vorne in der Ausländer-Rangliste – und zwar deutlich vor der Stadt Wil, wo der Ausländeranteil vergangenes Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen ist. Zum Vergleich: In der Kantonshauptstadt St. Gallen liegt er bei 31,5 Prozent, in Rapperswil-Jona (zweitgrösste Stadt im Kanton St. Gallen) hingegen nur bei 18,8 Prozent.

Fünf Land-Gemeinden in der Region haben weniger als 10 Prozent Ausländer: Braunau, Niederbüren, Fischingen, Niederhelfenschwil und Wuppenau, wobei in letztgenannter Gemeinde nur 7 Prozent nicht den Schweizer Pass haben.

Ausländeranteil Region Wil per 31.12.2019:
Rickenbach: 37,1 %
Wil: 29,0 %
Flawil: 28,7 %
Uzwil: 28,2 %
Kirchberg: 28,0 %
Sirnach: 24,3 %
Bettwiesen: 22,7 %
Münchwilen: 20,8 %
Oberuzwil: 19,1 %
Degersheim: 18,6 %
Tobel-Tägerschen: 16,4 %
Aadorf: 15,6 %
Bütschwil-Ganterschwil 15,3 %
Wängi: 14,6 %
Lütisburg: 14,5 %
Eschlikon: 14,2 %
Oberbüren: 13,5 %
Wilen: 12,8 %
Zuzwil: 12,6 %
Jonschwil: 12,2 %
Lommis: 12,2 %
Bichelsee-Balterswil 11,0 %
Braunau: 9,2 %
Niederbüren: 9,0 %
Fischingen: 8,0 %
Niederhelfenschwil: 7,5 %
Wuppenau: 7,0 %